Wie teuer ist der Transrapid wirklich?

Wie teuer ist der Transrapid wirklich? Bild: IABG mbH

Oftmals missverstanden und falsch interpretiert sind die Kosten des Transrapid, obwohl die Investitionskosten etwa gleich hoch sind, wie beim ICE. Wie kommt es dazu?

Wieso wird behauptet, der Transrapid sei zu teuer?

Grob gesagt ist nicht der Transrapid zu teuer, sondern die reine Investition in den Bahnverkehr. Leider wurden deutsche Strecken nie besonders vorteilhaft geplant, so kam es dazu, dass der Transrapid auf der Strecke Hamburg-Berlin nur 20 min schneller wäre, obwohl der Transrapid mehr als doppelt so schnell fährt. Noch schlimmer: Das „10 Minuten“ München Projekt. Ein absolutes Prestigeprojekt. Aufgrund Luxusmaßnahmen wie Tunnelbau und Lärmschutzwänden kam hierbei nahezu der sechsfache Preis pro Kilometer zustande, als ursprünglich für das System konzipiert. Man hat diese Strecken bereits von Anfang an so konzipiert, dass diese am Ende scheitern werden, und der Transrapid blöd dasteht.

Faktencheck: Fahrzeug

Der Transrapid besteht aus viel weniger Einzelteilen und mechanischen Verschleißteilen, weshalb die reinen Materialkosten deutlich geringer sind. Bestes Beispiel: Bei gleicher Sitzplatzanzahl wiegt der Transrapid nur halb so viel wie der ICE 4.

Zudem spart man nicht nur Geld bei der Produktion, auch der Wartungsaufwand ist beim Transrapid erheblich geringer. Es fehlt der mechanische Kontakt zum Fahrweg, Ersparnisse wären hier höher als 71% gegenüber dem ICE.

Und genau wegen der Langlebigkeit wäre der Transrapid auch auf einen längeren Zeitraum nochmals deutlich günstiger.

Faktencheck: Fahrweg

Insgesamt lässt sich sagen: Der Fahrweg ist circa gleich teuer wie die Verlegung von neuen ICE Gleisen. 

Dies wird dank eines neuen Fahrwegträgers von der Firma Max Bögl realisiert. Ersparnisse belaufen sich auf mehr als 30% gegenüber Fahrwegsträgervorgängern.

Und rein wirtschaftlich gesehen wäre der Fahrweg nur halb so teuer, wenn man die Haltbarkeit und die Lebensdauer mit dem ICE vergleicht. Bis zu 80 Jahre sind Träger haltbar, deutlich länger als 30 bis 40 Jahre Lebensdauer bei ICE Gleisen. Dafür gibt es auch noch einen Pluspunkt beim Umweltschutz!

Extrembeispiel Shanghai

Der Bau der Transrapidstrecke Shanghai war extrem kompliziert, da Shanghai von Erdbeben geprägt ist, und sich der Erdboden pro Jahr um bis zu zwei Metern absenkt.

Der Bau von Hochhäusern wäre also schon extrem aufwändig, doch trotzdem wollte man auf keinen Transrapid verzichten.

Daher hat man die Fundamente bis zu 70 m tief in die Erde gebohrt (In Deutschland würde man dies niemals nötig haben). Das hört sich also so richtig teuer an, ja?

Nope! Ein Kilometer hat dort circa 18 Mio. Dollar (14,5 Mio. Euro) gekostet.

Zum Vergleich: Hätte man anstatt des Transrapid eine U-Bahn Linie gebaut, würde man mindestens 60 Mio. Dollar pro Kilometer blechen.

Der Bau in Shanghai war (aufgrund der geografischen Lage und des Erdbodens) deutlich teuerer als der Bau in Deutschland, doch immer noch um ein Vielfaches günstiger als eine U-Bahn.

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